Risse im Asphalt, Prolog

Hey Leute, mit diesem Beitrag beginnt unser erstes großes Projekt „Risse im Asphalt“. Diese Geschichte ist eine sogenannte „Wandergeschichte“ was bedeutet, dass immer das nächste Kapitel von einem anderen Autor geschrieben wird. So kann keiner wirklich bestimmen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt und jeder hat ein bisschen Kreativität in diesen Text investiert. Wenn ihr Lust habt, auch ein Kapitel zu verfassen, schreibt uns bitte an!

Von Thies

>>Der Mann im schwarzen Mantel ging schnellen Schrittes über den Platz. Seine sechs Leibwächter trugen die Waffen eng am Körper, ihre Rüstungen schimmerten im Licht der Scheinwerfer. Die Schritte der sieben Männer und Frauen hallten von den Wänden der großen Glasgebäude wider. Seine wettergegerbte Haut erinnerte an bedrucktes Leder, die vielen eintätowierten Schriftzeichen überspannten sämtliche Bereiche seines Körpers. Sein Schritt wurde noch einmal zügiger, er wollte nicht zu spät kommen. Er war wieder einmal nur dafür gut, die Angelegenheiten der Regierung zu lösen, weil sie selbst nicht mehr weiter wussten. Der Mord am Präsidenten hatte das Sicherheitsgefühl der Bürger nicht gerade bestärkt, sie lebten in ständiger Angst und entluden diese in den endlosen Weiten des Internets, ließen sie an anderen aus und beleidigten sich gegenseitig. Das ganze Land war für die Menschen ein einziges Pulverfass, das jeden Moment explodieren könnte. Viele vermuteten Terroristen hinter dem Anschlag auf Präsident Suz, andere waren der Überzeugung, es habe einen gewaltvollen Machtwechsel gegeben. Der Mann verlangsamte seinen Gang, denn der Eingang des Gebäudes lag nun direkt vor ihm.
Unvermittelt knallte es. An den Seiten der Mauern sprangen völlig in schwarz gekleidete Gestalten mit Gewehren hinab. Der Eingang des Gebäudes wurde von einem explosionsartigen Strahl getroffen und stürzte zusammen. Die Wachen des Mannes versammelten sich im Kreis um ihn und erwiderten das Feuer, das nun von allen Seiten herabprasselte. Die ersten Leibwächter gingen zu Boden, der Mann sah aus dem Augenwinkel, wie ein Brustpanzer durch eine Kugel zersplitterte. Bereits die Hälfte seiner Leute lag reglos auf dem grauen Beton. Beherzt griff er sich eine der weißen Pistolen. Zu bekannt kam ihm dieses Gefühl vor. Dabei wollte er doch eigentlich abgeschlossen haben mit seiner eigenen, blutigen Vergangenheit. Er feuerte gezielt auf den Feind, sah vereinzelte Kämpfer getroffen von der Mauer stürzen. Seine Leibgarde war inzwischen beträchtlich dezimiert worden, nur noch eine Frau in glänzender Rüstung, schoss trotz Schussverletzung immer noch entschlossen um sich. Ihren Helm hatte sie verloren, ihr Gesicht war bedeckt unter einem Film aus Blut und Schweiß. Ein weiteres Geschoss fraß sich in ihre Schulter und nahm ihr das Gleichgewicht, sodass sie nach hinten flog. Der Mann stand nun, ohne Mantel, allein auf dem riesigen Platz, ein Schuss zuckte und traf seinen Oberschenkel. Ein scheußlicher Schmerz zog durch seinen Körper und das Letzte was er sah war, wie ihn schwarze Gestalten davonzerrten, bevor er endgültig das Bewusstsein verlor.

Die Gestalten verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren und das einzige was auffiel, war ein schwarzer Mantel, der langsam durch die Nachtluft davonwehte.

Thies

Foto: Jonas Evers mit iPhone X

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