Heroinratte // Prävention an Schulen

Von Jonas

Kommentar

Egal ob Alkohol, Rauchen, klassische Drogen oder auch Spielsucht, an den Schulen ist inzwischen alles zum Thema geworden. Doch nicht wegen übermäßigen Vorfällen bei den Schülern, es ist die Prävention.

Prävention im schulischen Rahmen ist ein fester Bestandteil des Angebotes außerhalb des Unterrichts und dementsprechend gesetzlich verankert. So muss jede Schule ein Präventionskonzept erstellen und auf eigene Faust Prävention anbieten. Oft werden dazu auswärtige Dozenten angezogen, die selbst Erfahrungen gesammelt haben, und den Schülern ein differenziertes Bild vermitteln sollen. Oft wird das in Großveranstaltungen gebündelt und nach Bedarf veranstaltet.

Viele dieser Präventionsmaßnahmen und Veranstaltungen in diesem Rahmen stehen dabei an einzelnen Schulen immer wieder in der Kritik. Zurecht, denn über Effektivität gibt es keine wirklichen Berichte. Wie auch, wenn jede Schule ein eigenes Konzept hat. Zum Glück geht unsere neue Regierung im Koalitionsvertrag auf künftige zentrale und professionelle Prävention an Schulen genauestens ein, um langfristig angemessene Präventionsarbeit leisten zu können.

Neben Effektivität stehen aber auch Methodik und Herangehensweise in oder Kritik.

Zu Suchtverhalten wurde ein Experiment bekannt.

Man setzte eine Ratte in einen Käfig und bot ihr zum einen eine normale Wasserflasche an, daneben eine Wasserflasche, die mit kleinen Mengen Heroin versetzt war. Nach kurzer Zeit nahm die Ratte nur noch Heroinwasser zu sich und starb schließlich an einer Überdosis. In den 1970er Jahren fiel dem Wissenschaftler Bruce K Alexander an diesem Experiment auf, dass die Ratten immer allein im Käfig waren und keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten hatten. Er baute den „Rat Park“, eine Laborumgebung, in der Ratten möglichst wenig Isolation und paradiesische Verhältnisse hatten. Das Ergebnis: keine der Ratten verfiel dem Heroin oder starb gar.

Nachfolgende Studien zeigten immer wieder, dass sich dieses Phänomen auf Menschen übertragen lässt.

Ist es also nicht der Stoff, das Getränk oder das Spiel das dich süchtig machen kann, sondern, im übertragenen Sinne, der Käfig in dem du lebst? Was wäre wenn Schule den Umständen annimmt, anstatt immer und immer wieder zu warnen, wie gefährlich eine Sucht doch sein kann? Und zu guter Letzt: Wie herrlich ironisch ist es, dass die Schule erst versucht aufzuklären und uns von Süchten abrät, auf der anderen Seite sich aber mit ständigem Leistungsdruck und unfairen Verhältnissen selbst zum ersten Grund macht, in eine zu verfallen?

-Jonas


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