Wer hat Angst vor’m Schwarzen Mann?

In der Kindheit voller Freude ,,Wer hat Angst vor’m Schwarzen Mann“ geschrien. „Niemand“ folgte sogleich. „Und wenn er kommt?“ Was dann ist, wusste man nicht, denn er kam nie. Des Nachts in der süßen Nostalgie geschwebt, wie auf einer Wolke aus Zuckerwatte. In dieser hach so verträumten Wolke aus Zucker diese Frage wieder gefunden und sie gestellt. Wer hat Angst vor’m Schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er kommt? Wenn er kommt, dann tritt er die Tür zum Luftschloss ein. Macht sich in deinem Hirngespinst breit. Er frisst deine naive Positivität auf. Stopft sich in sein gieriges Maul dein Glück. Mit was stehst du nun noch da? Nur noch mit allen schönen Erinnerungen, der Retro-Nostalgie und Königin Schwermut. Deine schönen Erinnerungen zieht er an den Haaren herbei, hält sie über das Brückengeländer und schneidet sie mit der Schere ab. Dann fallen sie tief herunter. Aus deiner Retro-Nostalgie stammt er. Er kommt so tief aus deiner Kindheit gekrochen, dass er so verklebt mit Zuckerwatte noch ganz freundlich wirkt. Deine neue Hoffnung, mit der du auch ohne schöne Momente leben kannst. So frage ich dich hier: Wer hat Angst vor’m Schwarzen Mann? Niemand! Und wenn er kommt, bemerkst du, woher er kommt und dann verstehst du, was er getan hat, tun wird und jetzt gerade tut. Er steht vor deiner letzten Bastion, der Königin Schwermut. Um dich vor ihren alten Bekannten zu schützen, kettet sie sich an dein Herz, wie ein Greenpeace-Aktivist an einen Baum, der wegen eines Zuges gefällt werden soll. Sie zieht dich noch weiter runter. Bist im Standby des Lebens. Diesen gefährlichen Zustand nutzt er eiskalt aus. Und fährt mit seinen Zug voll gegen dein von Ketten wundgescheuertes Herz. Es zerspringt in Abermillionen Teile. Jetzt schmerzt es nicht mehr so wie unter dem Regime der Terrorkönigin. Jetzt hast du nichts mehr, dass dir Freude bereitet, denn alles ist eklig und klebrig. Er hat alles zerstört. Bis auf dich. Also schlängelt er sich durch deine Nervenbahnen. Die Synapsen zuckersüß verklebt, mit der Watte aus der Kindheit. Mit der Watte aus der Retro-Nostalgie Wolken gemacht sind. Du kannst nicht mehr strukturiert denken. Willst dich ablenken, aber nichts bringt etwas, außer der schmerzlichen Zeit mit dem Schwarzen Mann. Er will doch nur dein Freund sein, aber er tut so verdammt weh! Er säuselt dir ins Ohr, raspelt Süßholz. Nur noch ein Mal Schmerz und dann bist du für immer frei. Das Blut klebt wie Zuckerguss an der Rasierklinge, du liegst zum letzten Bad im Wasser.
So frage ich dich noch ein Mal, wer hat Angst vor’m Schwarzen Mann?


Schurti, für manche auch Moritz, ernährt sich ausschließlich vom Schreiben seiner Texte, denn die reichen zum Überleben.


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