Leben ohne Kommentare

Alkohol und viel viel Freude im Blut schlenderten meine Freunde und ich durch die gefüllten Gänge der alten Stände und Leuten in schöner Kleidung. Vorbei an mit Met gefüllten Fässern und hübschen Burgfräuleins und Rittern.

Immer einen guten Spruch auf den Lippen bewegten wir uns durch die Massen. Wir kamen erst als die anderen gingen. Wir tranken, obwohl wir viel zu jung waren.

Dieser Tag, diese Nacht war so schön und so unschuldig und wie sich diese Begegnung in sowas Komisches entwickeln konnte ist mir ein Rätsel doch von Anfang an. Ich will hier schliesslich ein Kapitel, vielleicht auch nur eine Seite oder auch ein ganzes Buch meines Lebens erzählen.

Wir saßen dort am Fluss und tranken unsern Schnaps. Hosen mussten gewechselt werden, denn meine Freunde, wie auch ich waren tollpatschig durch und durch. So wurd das ein oder andere Getränk verschüttet. Wir liefen durch die Gegend, sahen uns um. Lachten viel, sangen viel und ja, selbst die Toilettengänge waren lustig.

Das war einer dieser Abende, an denen einfach alles toll war. Unter anderem auch der Junge mit den schönen Zähnen. Viele werden wissen wen ich meine und nun ja, es ist ja jetzt bekannt, nun ist es mir egal.

Ich sah eine gute, fantastisch aussehende, nette Freundin von mir und wollte sie begrüssen, meine Begleitung immer bei mir. Auch hier wurd wieder viel gelacht und viel geredet. Der Pegel stieg auch weiterhin und auch Hemmungen waren schnell überwunden. So kam man auch ins Gespräch mit wildfremden Leuten und sagte kaum was sinnvolles.

Denn, wir waren schon einige Zeit bei der neuen Truppe, mir fiel ein hübscher Junge auf, sehr hübsch sogar. Das Tollste waren seine Zähne und so klug und so alkoholisiert wie ich war, waren das auch meine gefühlt einzigen Worte zu ihm. „Du hast so schöne Zähne“. Nicht sehr intelligent aber nunja, es war die Wahrheit.

Doch auch die schönsten Abende vergehen. Wir grinsten uns auf dem Schulhof an, man kennt sich ja jetzt nunmal. Auch war der ein oder andere Snap drin.

Ein halbes Jahr später traf man sich such mal wieder auf einem Jahrmarkt. Man unterhielt sich normal, doch auch wieder mit Freunden und niemals alleine. Auch nur so ganz banale Themen. So banal, wir hätten auch über das tolle Wetter an dem Tag reden können. An den mit Sternen übersäten Himmel und das tolle Feuerwerk. Und auch hier wieder die schönen Zähne.

Ich schwärme und schwärme. Doch ich bin nicht verliebt, das könnte ich doch nicht. Vielleicht in sein Äußeres. Doch ich kenne ihn nicht. Die paar Unterhalten die wir hatten. Sei es geredet oder geschrieben.

Meine Freunde und auch ich, machten da ein viel zu grosses Drama draus. Es war was ganz normales.

Vielleicht war ich zu aufdringlich, vielleicht war ich zu offensichtlich, vielleicht hat auch wer geplaudert.

Nunja, der Junge mit den schönen Zähne, weiss von meiner Schwärmerei und es ist komisch.

Ich fühle mich nicht schlecht, doch auch nicht wirklich gut. Dabei ist es nicht verboten und schlimm ist es doch auch nicht?

Da frage ich mich, was gibt es da zu tuscheln, hinter meinem Rücken? Was gibt es da für Fragen?

Bin ich denn so interessant? Ist er so interessant?

Ich weiß es nicht und möchte es gerade auch gar nicht. Ich möchte doch nur…ein Leben ohne Kommentare.


Frauke ist Autorin im Gedächtnispalast. Nebenbei noch Gymnasiastin, Feministin, Lilliputanerin und Kreativbestie.


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