Gefahr

Die Professoren und Politiker rennen umher, wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Generäle und Stabschefs sind ratlos. Eine eklige, unsichtbare, offensichtliche Gefahr frisst sich durch das Land. Die Fenster und Türen vernagelt. Sinnloser Schutz. Die Straßen scheinen wie leergefegt zu sein. Die Laternen bleiben aus, gehen nicht mehr an. Warnende als verrückt dargestellt. Es wurde den falschen Göttern gefolgt. Skeptiker und Niederredende regierten die Köpfe der Nation. Nostradamische Warnungen in der Luft zerschossen. Überreste vom Winde verweht. Davon getragen und nie wieder gesehen. Doch jeder Wind bringt nicht nur etwas fort, sondern auch mit. Düstere Gefahr breitet sich aus. Da wo in völliger Extase noch gelacht und Wollust gelebt wurde ist nun ruhig. Ein schwerer Mantel aus bleierner Stille bedeckt die Städte und Dörfer. Sogar der laute Stammtisch schweigt. Hunde bellen nicht mehr in die Luft, wo nichts zu sein scheint. Sie wimmern, verkrümmen sich, verstecken sich im warmen Heim. Diese Wesen ahnen was passieren soll. Sie ahnen was passiert. Die klügsten Köpfe dieser Welt wissen nicht was passiert. Die Blitze erhellen den Raum, aber keine Blitze des Geistes. Aller Verstand versagt. Einstige Schulnoten zählen nicht mehr. Keiner wurde auf diese apokalyptische Katastrophe vorbereitet. Tote liegen auf den Straßen,aber keine Gewehrschüsse fallen. Es regnet Leichen. Ihre grausigen Fratzen lächeln herunter von den Bäumen. Blicken richtend auf uns herab. Man hört Kinder schrein. Sieht Banker in Frankfurt von den Bürohochhäusern springen. Der Sturm überbringt sein Nervengift. Opium fürs Volk!
Wahnsinn breitet sich aus. In Kirchen wird gebetet.
Viele sterben von allein. Einzig böse, dämonische, unhöfliche Menschen werden die Gedärme mit flatschenden Geräusch aus dem Bauch gerissen und gegen die Wand geschleudert. Ihr Herz aber schlägt weiter, damit auch sie lernen, was Leid beutet. Keiner, wirklich Keiner weiß, oder versteht was hier vor sich geht.
Beinahe fühlt es sich an, wie eine Reinigung der Erde. Die Welt schlägt zurück. Gott dreht langsam den Rücken hinzu uns Menschen. Verlassen ist dieser blaue Planet mit Blutmeeren.
Nach 30 Tagen wird kein Mensch mehr reden. Die Gefahr die nicht existiert hat, denn man sah sie nicht, ist nicht abwendbar.
Keiner wollte verstehen, was passiert, wenn wir die Welt verschandeln, wir uns nicht mehr lieben, nur noch Hass da ist. Und jetzt sterben Alle.


Schurti ist freier Autor im Gedächtnispalast. Hier ein weiterer Baustein auf dem langen Weg zum Autor des Monats.


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