What is love?

Früher war es noch die klischeehafte Indianerin auf der Butterpackung, heute ist das nächste Hoch nur wenige Klicks entfernt. In einer digitalisierten Welt sollte man auch über ein absolutes Tabuthema offen reden können, also Hosen runter und let’s talk about Pornos!

Lieblingsstellung? Gesetzeslage!

Der Begriff Pornografie ist sehr weitläufig und umstritten. Was es direkt ist, wurde nie wirklich festgehalten. Es gibt kein Gesetz, das beschreibt ab wann etwas wirklich Porno ist. Bei mir in der Bundesrepublik wurde es so geregelt

„Grobe Darstellungen des Sexuellen, die in einer den Sexualtrieb aufstachelnden Weise den Menschen zum bloßen, auswechselbaren Objekt geschlechtlicher Begierde degradieren. Diese Darstellungen bleiben ohne Sinnzusammenhang mit anderen Lebensäußerungen und nehmen spurenhafte gedankliche Inhalte lediglich zum Vorwand für provozierende Sexualität.“

-Soweit das Oberlandesgericht Düsseldorf im Jahre 1974(!) hierzu.

Man könnte also getrost sagen, dass Porno alles ist, was den Betrachter irgendwie erregt und was irgendwie irgendwas in einer irgendwie groben Form irgendwie Sexuelles zeigt.

Es fehlt also hier an jeglicher Definition und Erklärung um was es sich bei pornografischen Inhalten eigentlich handelt. Dies liegt eventuell daran, dass sich das deutsche Rechtssystem seit 1975 nicht mehr großartig damit beschäftigt hat, denn in diesem Jahre wurde die in der Rechtswissenschaft so genannte „Einfache Pornografie“ straffrei gestellt.

Ist Porno gleich Porno?

Die Rechtswissenschaftler haben hier Grenzen gezogen und gesagt, dass alles was diese Dinge beinhaltet, ein einfacher Porno ist.

Es wird Sex gezeigt.

Es wird ein erigierter Penis gezeigt (ab einem Winkel von 45 Grad gilt ein Penis als erigiert).

Die inneren Schamlippen werden im Pornografischen Inhalt gezeigt.

Außerdem dienen die Aufnahmen, wie bereits oben gesagt, der Erregung des Betrachters.

„Harte Pornografie“ ist in Deutschland illegal und strafbar.

Die „harte Pornografie“ kategorisiert alles, was Sex mit Kindern (0-14) und Jugendlichen (14-18), den Akt mit Tieren und Gewalt einbezieht. Ab wann eine Darstellung in einem Porno als Gewalt gilt wird nicht definiert.

Also wer drauf steht wenn der Lörres bis zum blutigen Anschlag rein-gehämmert wird, bewegt sich genauso in einer Grauzone, wie Jemand, der darauf steht wenn ein Schauspieler Sex mit abgetrennten Köpfen hat ( Ich verweise auf die Netflix-Serie „Mind Hunter“ und den Serienmörder Edmund Kemper)

Zusammenfassend kann man sagen, dass vom Kuschelsex bis zum unglaublich lustgesteigerten Bumsen alles legal ist, solange es keine Gewalt beinhaltet, kein Jugend-und Kinderporno ist, keine Tiere für den Akt genutzt werden.

Unterschiede in Darstellung und Wahrnehmung

Bei der Wahrnehmung und bei der Darstellung von Pornofilmen unterscheiden sich Frauen und Männer auch sehr oft. Wenn hinter einem Porno ein männlicher Produzent/Regisseur steht geht es viel schneller zur Sache, oftmals wird kein Wert auf einen Dialog, oder eine Vorgeschichte gelegt.
Oder der Dialog ist halt mehr witzig, als bedeutungsvoll….

Warum liegt hier Stroh? Und warum trägst du ne Maske? Na da blas mir doch Einen!
…Was sollen wir nur mit diesem angebrochen Nachmittag machen?
ALARM!
Oh nein ich hatte eine Autopanne!

Frauen hingegen achten auf ein gutes und langes Vorspiel, außerdem gibt es oft eine Geschichte zum Akt. Das Ambiente ist anders und der Porno wirkt allgemein romantischer.
Beim Schauen eines Pornos gibt es ebenfalls Unterschiede. Männer achten auf die Geschlechtsteile und den Oberbau der Frau, das Gesicht wird mehr oder minder ignoriert.
Frauen lassen ihre Blicke mehr schweifen und bleiben am Ende im Gesicht der Darstellerin hängen, denn sie stellen sich gelegentlich vor, selbst die Frau im Film zu sein und ihr muss es ja auch gefallen, was der Mann da macht.

Die Kontroverse mit dem Konsumalter

In Deutschland und vielen anderen westlichen Länder ist das Herausgeben von Pornografie ab dem vollendeten 18. Lebensjahr legal. Davor darf man vom Gesetzgeber aus Kindern und Jugendlichen keine einfache Pornografie andrehen und somit begünstigen, dass man sich auf Mia Khalifa einen runterholt, oder sich erfreuet wenn Johnny Sins einen Auftritt hat. Aber Chantal in der 8. Klasse auf dem Schulklo zu entjungfern, oder mit süßen 16 Jahren an einer Bug-Party( hierbei haben gesunde Menschen mit HIV-Infizierten ungeschützen, von beiden gewollten Sex) teilzunehmen, ist völlig legal, solange beide Sexualpartner 14 Jahre sind und der Akt von beiden gewollt wird. Das hierbei viel, viel, viel mehr schief laufen kann, sollte jeden bewusst sei. Trotzdem sind Pornos erst ab dem 18. legal herauszugeben . Im Schnitt kommen Kinder bereits im Alter von elf Jahren mit Pornografie in Kontakt. Ob Pornografie wirklich für die sexuelle Entwicklung von Jugendlichen schädlich ist, darüber debattieren Forscher immer noch. Für meinen Teil kann ich sagen, dass echte sexuelle Erfahrungen mich mehr geprägt haben, als irgendein Schmuddelfilm. Aber es ist trotzdem verständlich, dass es Menschen gibt, die sich von so etwas beeinflussen lassen, falsche Vorstellungen bekommen, oder sich gar Hoffnungen machen Erfahrungen, wie im Porno machen zu dürfen. Diese Menschen sollten klar überdenken, was sie eigentlich von ihrem Partner verlangen, oftmals spielen die gezeigten Dinge sich auf einer abartigen und perversen Ebene ab.

Dunkel, grausam, menschenverachtend, Pornooutakes

Das eigentliche Problem ist nicht, dass der Zuschauer zu jung und beeinflussbar ist, sondern, wie die Pornoindustrie tickt. Die Huffingtonpost hatte 2015 einen unglaublichen Enthüllungsartikel veröffentlicht in der der Pornowood wortwörtlich die Hose runter gerissen wurde und die viel zu dicken Eier abgerissen wurden. Eine Darstellerin berichtet, wie sehr sie durch diese Filme gebrochen wurde und was ihr angetan wird. Der Konsument sieht am Ende nicht die weinende, vor Schmerz schreinde junge Frau, sondern das was er sehen will. Eine Partnerin, die sich lustvoll hingibt und alles mit sich machen lässt und sogar noch vor Erregung stöhnt. In Sexfilmbussines halten Frauen oft nicht länger als 3 Monate durch, meinte die Frauenforscherin und Professorin für Soziologie Gail Dines zur Huffintonpost. In diesem Artikel berichtet außerdem ein Ex-Pornosternchen. Ihr Name Shelley Lubben. Ganze 7 Jahre hat sie in diesem Business mitgemacht. Am Ende wollte sie sich umbringen, sie sah keinen anderen Ausweg, um aus dem Gewerbe auszusteigen.

Viele der Frauen infiszieren sich mit gefährlichen Geschlechtskrankheiten.

Im Artikel der HuffPost kamen auch Produzenten und männliche Darsteller zu Wort, auch diese Personen litten unter der Gewalt und Abartigkeit des Pornobussineses. Manche Männer haben aber nicht so viel Charakter, dass ihnen so was leid tut, in Videos auf diversen Plattformen sieht man weinende Frauen, Männer die Grenzen überschreiten, die man nie überschreiten sollte, Outtakes von Pornofilmen sind nicht lustig, sondern widerwärtig. Der Artikel schlug tsunamiartige Wellen, aber die primitiven Triebe gewinnen am Ende oftmals doch. Pornhub hatte im Jahr 2017 trotzdem unglaubliche Streamingzahlen, 7,1 Terabyte in der Minute werden alleine über die bekannteste Pornoplattform gestreamt.

Wie Pornografie sein sollte

Meiner Meinung nach sollte Pornografie eine Kunstform sein. Es muss mehr moralisch und ethisch vertretbare Sexfilme geben, in denen Frauen nicht nur auf dicke Titten und Silikonärsche reduziert werden. Außerdem sollte Gewaltfreiheit am Set gewährleistet sein. Frauenrechtler debatieren darüber ob es für das Deutschlandlied angemessener ist Vater-oder Heimatland im Text zu tragen, oder wie schlimm es doch ist, dass die Zeilen besagen „brüderlich mit Herz und Hand“ und nicht „coragiert mit Herz und Hand“.

Wahrscheinlich wissen viele der Menschen/innen, die sich für Frauenrechte einsetzen überhaupt nichts von der dunkeln Seite der Pornoindustrie. Vor allem, wenn Darstellerinnen öffentlich sagen, dass sie sich dadurch emanzipierter fühlen.

Wir sollten öfter hinter die Dinge schauen, die unser Alltag so hergibt.

Wer Pornografie, nur wegen dem Fakt verteufelt, dass dort Sex gezeigt wird hat das wirkliche Problem nicht erkannt. Das wirkliche Problem ist, dass viel zu oft Frauen und Männer hinter den Kulissen missbraucht und zu Dingen genötigt werden, die nie jemals ein Mensch machen müssen sollte und am Ende wichst ein 14 Jähriger total notgeil darauf ab.

Vielen Dank fürs Lesen, vielleicht konnte ich Meinungen zu Pornos ändern und Denkanstöße geben.


Schurti mag es zu provozieren: Diesmal mit einem Thema, mit dem viele, mal mehr, mal weniger freiwillig, in Berührung kommen.


Vielen Dank auch an meine Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pornografie#Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=B42mi9Nlz68
https://www.erotikinsider.com/pornhub-insights-2017-diese-vorlieben-haben-porno-konsumenten/
https://www.huffingtonpost.de/2015/01/08/pornostars-brutal_n_6437578.html
https://www.focus.de/finanzen/news/porno-plattformen-im-internet-youporn-pornhub-und-brazzers-die-giganten_id_4601105.html
https://de.pornhub.com/
http://www.brazzer.com/

https://www.youtube.com/watch?v=h-Bn3habY6Q


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