Frankreich brennt!

Gelbe Westen, brennende Autos, Hitlergrüße – Frankreich: ein Land im Ausnahmezustand

Seit dieser Woche befindet sich das deutsche Nachbarland im absoluten Ausnahmezustand. Menschen demonstrieren, die Polizei hält gegen. Autos brennen und Straßen werden blockiert. Bis jetzt starben bei den „Straßenschlachten“ schon zwei Menschen. Das alles geht von der Bewegung „Le gilets jaunes“ (die gelben Westen) aus. Hinter ihnen steckt weder eine politische Agenda, noch eine Gewerkschaft, wie in Deutschland z.B. Verdi. Hinter den gelben Westen, wie sie sich im Internet selbst nennen stecken wütende Bürger, die seit Tagen versuchen Druck auf Emmanuel Macron auszuüben.

Die Regierung hatte vor weniger als einer Woche die Steuern für Diesel im Rahmen eines Klimaschutzprojektes angehoben, damit steigt der allgemeine Preis. Unmut machte sich im Land breit und zuerst unorganisierte Bürgerbewegungen fingen an sich zu gruppieren. Viele derer die sich aktuell auf den Straßen befinden wurden über Facebook und andere soziale Medien rekrutiert. Franzosen zusammen bringen heißt es. Zu dem kuriosen Namen der Bewegung „Die gelben Westen“ kam es durch die typischen gelben Warnwesten, die in jedem Auto zu finden sind.

Bildquelle: Reuters

Ein Land das über Jahre gebeutelt wurde und in dem sich arm und reich immer weiter von einander entfernen erlebt seinen Supergau.
Die Menschen die auf die Straßen gehen sind schlicht und ergreifend unzufrieden mit Macron und dessen Finanzpolitik. Auf der Weste eines Mannes stehen die Worte „Die Reichen werden immer reicher“ Frankreich ignoriert seit Jahren was aus Unter-und Mittelschicht wird, nun scheint alles zu brechen.


Eine der schönsten Straßen der Welt, die Champs Elysées, steht wie kaum eine andere für unglaublichen Prunk und Protz. Einkaufstempel, teure Designer und Luxusgeschäfte locken zahlkräftige Kunden an. Und nun steht diese Allee im Zentrum von Paris in Flammen, wird bevölkert von Demonstranten, die sich mit der Polizei unglaubliche Auseinandersetzungen liefern.

Bildquelle: Beniot Tessier/ Reuters

Wasserwerfer und Tränengas sollen die Ausschreitungen beenden, doch Wut kann man nicht mit Wasser und Tränen ersticken. Es sind Bilder, die an die Verfilmung des Theaterstücks „Le miserable“ erinnern. Bilder wie zur Zeit der Französischen Revolution.
Am Anfang hat es sich noch um friedliche Proteste gehandelt, doch diese eskalierten durch die gute Vernetzung vieler Bürger enorm schnell.
Hunderttausende Straßen in Frankreich wurden blockiert.


Der Höhepunkt der Demonstrationen war wahrscheinlich, dass ein wütender Bürger im westfranzösischen Angers einen Sprengsatz bei sich hatte, mit dem er ein Treffen mit dem Präsidenten Emmanuel Marcron erzwingen wollte. Er wurde nach mehrstündigen Verhandlungen festgenommen. An der Grenze zu Deutschland, in der Nähe von Saarbrücken, wurde einem Mann die Autoscheibe eingeschlagen, nachdem dieser von Demonstrierenden freundlich mit einem Hitlergruß in Empfang genommen wurde.
Während der Demonstrationen wird immer öfter der verhasste Gruß aus Nazideutschland gezeigt. Die Menschen wollen damit zeigen, dass sie aktuell ganz klar dagegen sind, was in Frankreich derzeit passiert und wie mit der Bevölkerung umgesprungen wird.
Laut einer Umfrage finden drei Viertel der Bürger in Frankreich die Ausschreitungen absolut gerechtfertigt bzw. nachvollziehbar. Präsident Macorn äußerte sich auf Twitter zu der Situation in seinem Land mit den Worten, dass er diese Proteste für beschämend hält.

Photo by Aurelien Meunier/Getty Images

Zum Schluss halten wir fest, dass die Franzosen eine extremere Form zu rebellieren haben , als wir Deutschen. Die Regierung in Frankreich hat versagt und bekommt nun gezeigt, wie sehr sich es gelohnt hat, immer mehr die Reichen zu fördern, nämlich absolut gar nicht. Außerdem erkennt man wie stark ein Land in Zeiten von Krisen und Ungerechtigkeit zusammenrücken kann.


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