Musikalischer Jahresrückblick mit Schurti

Im letzten Jahr ist so einiges auf dieser Welt passiert. Positives, wie Negatives. Und wer ist der ständige Begleiter von uns Menschen? Die Musik. Wir verbinden mit ihr Emotionen und Erinnerungen

Deswegen stelle ich euch jetzt meine 5 Top Tracks aus 2018 vor.

1. Blue Train Lines – Mount Kimbie ft. King Krule

1. Blue Train Lines – Mount Kimbie feat. King Krule

Das musikalische Meisterwerk von diesen beiden britischen Künstler war mein persönlicher Dauerbrenner, er steht nicht nur bei meinem Spotify Jahresrückblick zum zweiten Mal in Folge auf dem ersten Platz, sondern auch hier.

Aber warum? Ganz einfach. Die Londoner minimal-Band Mount Kimbie kommt löst sich in diesem Song, sowie auch im gesamten Album „Loves what survives“ von ihrem klassischen Post-Dubstep-Track. Tendenziell feiere ich beide Varianten wie Mount Kimbie Musik macht enorm. Aber nimmt man sich jetzt z.B. „Made To Stray“ und „Blue Train Lines“ stellt diese gegenüber und vergleicht geschickt, kommt es einem fast vor, als wären zwei völlig unterschiedliche Künstler am Werk gewesen und so ist es bei beiden Alben auch. Gut, es liegen auch fast 4 Jahre zwischen CSFLY und LWS. Außerdem setzt das DJ-Duo in diesem Album auf sehr starke Featurings. Unter anderem dürfen James Blake und King Krule unglaubliche und traurige Lyrics auf die einfach fantastischen Beats schmettern.

Blue Line Trains erzählt die Geschichte des Verlustes von Persönlichkeit und Hoffnung und Suizid, sowie dem tiefen Sturz eines Menschen. Liebe rückt immer wieder in das Zentrum, aber wirklich Macht bekommt sie nie in diesem Lied.

Ein Trauerspiel ohne Gleichen, die Blue Train Line steht für Venen.

Her veins are now popping like Blue Train lines

– Mount Kimbie (ft. King Krule)

Nicht nur der Text, der unglaublich stark formuliert worden ist und mir jedes mal unter die Haut geht, ist von großer Relevanz, sondern auch der Beat, der Spirit und King Krule.

Der Beat setzt erst relativ ruhig, mit einem Synthesizer, ein und wird dann von immer mehr absurderen Klängen unterstützt, ein elektrisches Schlagzeug spielt hier die ganz große Rolle. Und wenn Beat und Text zusammenfließen entsteht bei Mount Kimbie immer ein ganz besonderer Spirit und löst Gefühle aus, die nur nach Definition schreien. Die einzigartige Stimme von King Krule schreit die Worte voller Frust, Leid und Trauer. Er rappt sich hier förmlich in Rage und macht diesen Song so unverwechselbar.

Mein Tipp: Gebt euch den Track mal beim Fahrradfahren auf einer Landstraße im Weder-Noch-Licht an einem lauen August Abend. Krasser könnte man dieses Lied nicht spüren. 😉


2. Korallenriff – ERRDEKA feat. FINN und Goldroger

In 2018 Jahr durfte man sich über zwei Alben des Rappers „ERRDEKA“ freuen, auch wenn das zweite für mich eher Flop, als ein Top war. Trotzdem sind zwei Alben in einem Jahr sind schon eine monumentale Leistung, bei der man über ein eher experimentelles zweites Album „Liebe“ hinwegsehen kann.

Dafür hat er in SOLO so viele Überbretter abgeliefert, dass man, wie Kollegah es sagen würde, fast Angst hat, dass alle Regenwälder abgeholzt wurden.

Mir viel es schwer, nur ein Lied zu küren, aber Aufgrund des dicken Features mit Goldroger wurde es dann Korallenriff. Sprachliche Bilder stapeln sich hier gen Himmel und man kommt in Interpretationslaune.

Die dreier Rap-Combo nimmt den Hörer mit in ferne Welten, die eines Korallenriffes. Man schlängelt sich durch Seegewächs gemacht aus Liebe, Sehnsucht und dem Tod. Der Beat gibt keinen krassen Spirit an, aber er unterstützt auf jeden Fall den teils atemberaubenden Text. Hier ein paar meiner Lieblingszeilen eines Songs, der mich das ganze Jahr sehr gefesselt hatte und mir oft Inspiration zum Schreiben verlieh.

Wir ertrinken im Augenblick
Ich tauch in dich ein
Umgeben von blauem Nichts
Gibt es nur noch uns zwei
Im Korallenriff

Seit dem Tag an dem die See mich aus Versehen einst küsste
Sehne ich mich nach der Schönheit des Riffs

Richte die Geschütze auf die Tankerschiffe
Funke es an die ganze Atlantikküste
„Bleibt Fern oder kommt her, Ich bin zum Kampf gerüstet“
Doch hatte niemals Chancen es war mir bewusst

– ERRDEKA feat. FINN und Goldroger in „Korallenriff

Ein Song der mich das ganze Jahr sehr gefesselt hatte und mir oft Inspiration zum Schreiben verlieh.


3. An dieser Stelle kommt kein Musikstück sondern ein ganzer Künstler: Maeckes

Ich hätte wahrscheinlich eine Top-30 Liste veröffentlichen können und sie bestände nur aus Liedern des Stuttgarter Rappers Markus Winter, der uns alle durch sein gelbes Outfit ins Auge sticht.

Warum liebst du die Songs von Maeckes so sehr, Schurti?

Eine nicht ganz leichte Frage, die ich hier in einem ewig langen Diskurs über meine Gefühlswelt, Wertvorstellungen und und und… beantworten könnte, aber ich möchte mich mehr oder minder kurz fassen. Maeckes besticht durch seine bildreiche Art Lyrics zu schreiben, er nutzt viel versteckte Kritik an der Gesellschaft und deren Menschen. Er verwendet viele Vergleiche, geheime Botschaften, Metaphern, Oxymorone. Er ist schlicht und ergreifen das sprachliche Monster schlecht hin, er ist der Endboss in der Welt der sprachlichen Mittel. Ich sollte meiner Deutschlehrerin mal seine Texte zeigen. Sie würde aus dem interpretieren nicht mehr rauskommen.

Bitte gib uns doch mal die Kontaktdaten deiner Deutschlehrerin. 

– Korrektursklave vom Dienst, Gedächtnispalast Redaktion

Des Weiteren fühle ich mich sehr oft direkt angesprochen. Beinahe so, als würde Markus Winter beim Schreiben an mich denken und mir versuchen einen Spiegel vorzuhalten.

Ich liebe todtraurige Musik, aber auch lustige Lieder und auch das kann Maeckes. Kurzgesagt; Es ist das Maeckes-Menu welches mich so fasziniert.

Wer wissen will was man sich anhören kann, dem kann ich nur sagen, hört euch alles an. Mehr geniale Botschaften, lustige Texte und echt bitterschöne Lieder gibt es sonst nirgendwo.


4. Big Dreams – Bakar

Wie sehr ich mich gefreut habe, als Bakar dieses Jahr endlich sein Album veröffentlicht hat!

Bereits 2017 hat er den Song Big Dreams in die Welt geschmissen und mit ihm meine Kopfhörer an meine Ohren festgeklebt. Ein erfrischender, schneller Beat über den Bakar da gleitet verleiht dem Track die Fasson, die er benötigt um sich wie ein Parasit in das Gehirn einzufressen. Sehr oft habe ich mich dabei erwischt Big Dreams in der Schule zu pfeifen, oder einfach anzufangen zu singen.

Bakar berichtet von seinem Leben als Teenager und seinen Träumen, die er trotz Gegenwind verwirklichen will und dies auf amüsante Art und Weiße.

Bakar kann ich allgemein jedem Musikfanatiker ans Herz legen. Durch die vielen musikalischen Experimente, die er sich wagt zu begehen steckt in jedem seiner Lieder ein völlig anderer Bakar. Eine besondere Abwechslung für jede Playlist.


Der fünfte Platz war für mich besonders schwer zu entscheiden. In 2018 habe ich so viele verschiedene Lieder gehört und es sind mir wirklich sehr viele ans Herz gewachsen. Bisher kam in dieser Liste sehr viel Sprechgesang vor, aber ich liebe auch Musik von wahren Liedermachern, wie z.B. Olli Schulz, Tomte, Gisbert zu Knyphausen oder aber auch Thees Uhlmann. Wiederum bin ich ein großer Freund von Indie: FilBoRiva, King Krule, James Blake sind passende Künstler für dieses Genre. Und etliche weitere Musiker haben mir in diesem Jahr die Gehörgänge verwöhnt, bei einigen weiß ich selbst nicht mal wirklich in welche musikalische Unterunterunterkategorie man sie einordnen muss.

Am Ende wurde es:

5. Kommen und Gehen – Gisbert zu Knyphausen

Über den Inhalt muss ich jetzt nicht mehr viel sagen. Der Titel des Musikstücks sollte sehr vielsagend sein. Gisbert zu Knyphausen singt über das Kommen und Gehen. Das Sterben und das Leben, welches es fast gegeben hätte. Die Melancholie und Trauer, die in diesem Lied mitschwingt ist beachtlich. Man wird zum Nachdenken angeregt und kann förmlich greifen, welche wehmütigen Momente, geprägt von lauter Pein, zu Knyphausen hier beschreibt und in Musik umsetzt.

Ich mag diesen Song so sehr, da er eine so heftige und tiefe Nachricht besitzt, dass man sich erst mal setzen muss. Wer dieses Lied anhören möchte, sollte sich eine ruhige Minute dazu nehmen.


Nun ist mein Jahresrückblick in musikalischer Form vorbei. Ich hoffe, dass ihr vielleicht einen neuen Künstler, oder ein neues Lied in euer Herz schließen konntet.

Ich bedanke mich für ein wunderbares Jahr 2018 und wünsche ein hervorragendes Jahr 2019.

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