Holzdielen: 1. Kapitel

Dies ist das erste Kapitel zur Wandergeschichte rund um die Hauptfigur Nathanael Schreiter.
Was bisher geschah: Prolog (von Schurti)


Sonnenstrahlen stechen wie ein Katana durch die türkisblauen Vorhänge in das Arbeitszimmer von Nathanael. Der Duft von frisch gebranntem Kaffee liegt schwer in der heißen Luft. Eine große, kräftige Hand greift nach der silbergefärbten Kanne mit dem Getränk der Energie. Sie kippt langsam das Gefäß aus Edelmetall und die bittere Flüssigkeit beginnt eine Reise in die rosafarbene Tasse mit goldenem Rand. Nathanael erbte sie einst von seiner Großmutter. Auch genau diese Großmutter brachte von einer ihre etlichen Reisen einen großen Orientteppich mit. Heute liegt er vor dem Arbeitszimmer Nathanaels. Das Arbeitszimmer, in dem sich Wortkreationen, Ideen, oder grell-rote Rechnungen bis zur Holzdecke des alten Gemäuers stapeln. Wenn man in diesem Moment vor der massiven Tür aus Edelholz stehen würde, würde sich die Angst, dass in diesem Raum jemand gestorben wäre, langsam, wie eine Made ins Gehirn fressen. Denn für mindestens zehn Minuten dringt kein einziger Ton aus dem quadratischen Raum, mit den großem Balkon gen Südwesten. Doch Nathanael Schreiter ist kerngesund, wenn man von seiner absurden Angewohnheit absieht. Er zählt die Sekunden, bis das Koffein in seinem Körper wirkt und stets hält er die Veränderung in seinem mit hellem Leder gebunden Notizbuch fest. Sein Blick hängt dann an einer Porzellanuhr, sie hängt über der Tür, wenn jemand eines traurigen Tages zu heftig am Türgriff ziehen sollte, dann stürzt sie wahrscheinlich hinab und zerschellt. Doch über solch einfache Dinge macht sich Nathaneal im Moment keine Gedanken. Er genießt den Kaffee und versucht sich auf die Widmung für sein neues Buch zu fokussieren. Nächste Woche wird die erste Auflage gedruckt und der Lektor übt auf ihn Druck aus, als würde ein Panzer über eine Wasserflasche rollen. Bereits bei seinem ersten Roman über einen verliebten Jungen in Borkheide gab er seine Widmung erst sehr spät ab und war von sich selbst enttäuscht, als er das Buch mit dem bunten Cover zum ersten Mal in der Hand hielt. Nathanael denkt, dass Widmungen oft persönlich sind. In den meisten Fällen für die Liebsten, den Lektor, aber selten für die Prostituierte, dankt der man Syphilis hat.
Seit seiner frühesten Jugend findet er die Worte, welche Robert Merle, vor seinen Epos über Rudolf Lang, Der Tod ist mein Beruf, geschrieben hat. Er möchte etwas nur annähernd so Gutes schreiben, wie Merle es mit: Wem kann ich dieses Buch widmen, wenn nicht den Opfern jener, deren Beruf der Tod ist? Diese Worte haben sich so tief in ihn eingebrannt, wie die Nummern in die Haut der Opfer, jener, deren Beruf der Tod ist. Aus seinen Gedanken werden Worte und so beginnt er eine leise Unterhaltung mit niemand anderen im Raum außer sich selbst zu führen: ,, Allgemein, dieses Buch hat mich mein ganzes Leben über verfolgt, es schien so fern und so extrem absurd und dennoch ist uns die Thematik so nah, dass wir beinahe….“ Er wird unterbrochen. Das ohrenbetäubende Pfeifen reißt ihn aus seinen Gedanken. Hat er vergessen, dass er Kartoffeln aufgesetzt hat? Schwungvoll steht er auf, mit gradlinigen Schritten schreitet er zur Tür, öffnet sie sachte und schließt sie wieder sanft. Der 1.98m große Mann mit den dunkelbraunen, mittelangen Haaren, die immer wieder graue Strähnen aufblitzen lassen, durchquert gerade den gigantischen Eingang, der entweder in das quadratische Forum der Ideen führt, oder auf einen alten Orientteppich, als es ihm wie Schuppen von den Augen fällt. Mit seichter und dennoch deutlichen Stimme stammelt er:,, Ich…Ich kann gar keine Kartoffeln aufgesetzt haben…Das letzte Mal, dass ich in der Küche gewesen bin, war um zu frühstücken….Irgendwas stimmt hier nicht!“ Sogleich er diese Worte sagt, greift er nach links in Richtung der hellblauen Wand, an der ein Schwert montiert ist. Beinahe einen Meter und nochmal 40cm lang und schwer, wie ein Kleinkind. Alle Menschen denken immer, dass Schwerter scharf gewesen sind, um Körperteile abzuhacken, aber das stimmt nicht. Unter der massiven Rüstung war man zu damaliger Zeit gut geschützt, vor allem vor etwas Scharfem. Schwerter sind gewaltig schwer gewesen, sie sollten Knochen zermalmen und brechen, als würde man einen Menschen in eine Müllpresse werfen.
Als er schon fast die Treppe in den ovalen Eingangsbereich herunter geschlichen ist, hält er für den Bruchteil einer Sekunde die Luft an. Im gesamten Haus hört er nichts. Kein Hauch Wind. Kein leisester Schritt und in diesem alten Herrenhaus hört man alles. Unter anderem auch, was seine 17 Jahre alte Tochter zwei Etagen unter ihm des Nachts mit ihrem Freund so tut.
Seine Lungenflügel füllten sich wieder mit Luft und er lässt das Schwert auf die Treppenstufe krachen. Die magnesiumfarbene Sonne am Mittag wirft einen Schatten an der Haustür, wie er nur von ihr sein konnte. Also geht er strammen Schrittes an die Tür aus kunstvollem Glas. Ein Unikat aus der Hand eines wahren Meisters. Jede Kirche hätte ihn um dieses Schmückstück aus Buntglas beneidet. Er presst die Klinke hinunter und in der heissen Sonne steht sie. Blond, wie ihre Mutter und die blauen Augen, wie die ihres Vaters. Aus ihrem Mund dringt: ,, Hey Paps, hatten früher Aus und nun ja, jetzt bin ich hier.“ “ Oh hallo Emilia!“, mehr schafft er nicht zu sagen, so überrascht ist er, dass seine Tochter so früh daheim ist.


Hier schreiben Moritz oder andere GP-Creators an dieser Geschichte, rund um das Haus mit Holzdielen, weiter. Folge dem Gedächtnispalast jetzt auch auf Instagram, Tumblr, Twitter oder per E-Mail, um keinen Beitrag mehr zu verpassen.


Schurti ist der GP-Creator mit dem größten Output. Mit vielen verschiedenen Texten gibt er seinen Lesern Input.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s