Wie Jugendjournalismus funktioniert…NICHT

Die Online-Schülerzeitung „Berthas Echo“ wirkt auf den ersten Blick, wie eine ganz normaler Blog, doch hinter einigen der Artikel steckt eine verblüffende Geschichte.

Wenn man die Seite öffnet wird man erst mal von dem überragenden Design der Seite positiv in Extase versetzt, doch nach kurzem Lesen sind da einige Artikel, welche scheinbar nicht ganz bzw. überhaupt nicht aus eigener Feder stammen.

Jonas und oder David von Simplicissimus haben am 13.02.2019 ein neues Video auf ihrem zweiten YouTube-Kanal veröffentlich geziert wird es mit dem Titel „Eine Schülerzeitung klaut unsere Inhalte“. In dem Video redet Jonas/David darüber das die Onlineausgabe der Schülerzeitung „Berthas Echo“ in extremster Form Diebstahl an geistigem Eigentum begeht.

Die Betreiber des Kanals finden dieses Fehlverhalten nicht allzu schlimm, doch mich kotzt das irgendwie an. Warum, mögen sich jetzt manche fragen. Ganz einfach.

Zum einen Verfolge ich das YouTube-Duo schon sehr lange und ich habe sie oft als Informationsquelle genutzt, da die Videos von ihnen sehr hochwertig produziert sind und immer auf verschiedene Weise bilden können.

Ich habe die Inhalte der Videoproduzenten auch oft als Quelle für Kurzvorträge oder allgemeine Schulausarbeitungen genutzt, aber wirklich sicher, wie sehr es ihnen gefällt, wenn man sie als Quelle nutzt bin ich mir nie gewesen. Aus diesem einfachen Grund, habe ich mich dazu entschieden Jonas und David einfach zu fragen und habe ihn einen Nachricht auf Instagram geschrieben.

Zack bumm, ich konnten meinen Vortrag gestalten, der übrigens das Geoengineering thematisierte.

Ich habe Zitate korrekt markiert und das obwohl es wahrscheinlich nie jemand erfahren hätte, dass ich hier und da geklaut habe. Aber was macht Berthas Echo? Sie tippen eins zu eins den Inhalt des Videos ab, ohne eine Quelle anzugeben und verkaufen den Inhalt eines fremden Videos für ihr eigenes Produkt.

Und so ein Verhalten geht gar nicht, vor allem, wenn man für einen ganz einfachen Diebstahl Geistigen Eigentums noch einen Preis erhält und „neue Maßstäbe setzt“. Die neuen Maßstäbe hat man vielleicht im Design der Seite gesetzt, ob die Bilder korrekt mit Quelle angegeben werden wage ich jetzt auch mal zu bezweifeln. Außerdem stelle ich in Frage, ob die Betreiber des Blattes sich im Klaren sind was sie machen, denn ein solches Verhalten führt in der Schule zu einer 6, im schlimmsten Fall zu einem Schulverweis. Ich würde die Schulleitung an dieser Stelle gerne darauf aufmerksam machen, dass man die Belehrung über Plagiate und Fälschungen tendenziell vergessen hat, oder sie einfach unterirdisch ist.

Laut Jonas/David sind sie nicht die einzigen Betroffenen, denn der Beitrag „Die dunkle Macht der Rhetorik“ soll dem Video Der Redefabrik, über die Sprechweise Adolf Hitlers sehr ähnlich sein.

Hinzu kommt, dass die Betreiber von Berthas Echo jetzt scheinbar die Artikel einfach aus ihrem Online-Angebot entfernt haben. Man kann dumme Fehler machen, aber dann einfach klamm heimlich die geistigen Diebstähle entfernen? Das ist echt arm!

Wenn so die neue Generation von Journalisten aussehen soll, dann erblicke ich nicht viel Hoffnung für seriösen und souveränen Journalismus.

Trotzdem muss ich ein Eingeständnis machen, einige der Artikel waren wirklich klasse geschrieben, aber dennoch kann man nicht die Worte anderer stehlen!

Das Video von 2BG:

Die Schülerzeitung: http://www.berthas-echo.de/

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