Brief eines Aktivisten

Hallo Leser.

Ich bin Frietogo. Ich bin ein Schüler, ein Denker, ein Schreiber, ein Künstler, ein Pfadfinder und Aktivist.

Ich bin ein Aktivist, welcher vermeiden will seinen Namen auf persönlichen, öffentlichen Medien zu häufig zu lesen. Der auf seinem eigenen Instagram Account kein Bild von sich veröffentlicht, weil er weiß, dass der VS ihn irgendwann beobachten wird.

Denn ich bin Aktivist.

Als Aktivist (von lateinisch activus „tätig, aktiv“) wird eine Person bezeichnet, die in besonders intensiver Weise, mit Aktivismus, für die Durchsetzung bestimmter Absichten eintritt. Oft sind diese im weitesten Sinn politischer Art und stammen insbesondere aus den Bereichen der Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik sowie der Bürger- und Menschenrechte.

Das ist laut Wikipedia ein Aktivist. Sicher steht da noch mehr, aber ich schreibe intuitiv und nicht nach Plan, also muss das reichen.

Also trete ich für verschiedene Absichten ein. Momentan für Klimaschutz.

Das erste Mal wurde ich vor knapp drei Wochen als Aktivist bezeichnet. Von meinem Vater. Ich war geschockt. Ich bin doch kein Aktivist! Aktivisten sind die Leute von Ende Gelände, welche Bagger besetzen, oder die Menschen im Hambi, oder woanders. Aber alle setzen sie sich öffentlich für irgendwas ein was die Welt verbessern soll? Ich bezweifle nicht meine Bewunderung oder Anerkennung dieser Menschen, aber was habe ich damit zu tun?

Erst als ich mehr darüber nachdachte wurde mir klar, er hat recht. Ich bin ein Aktivist. Ja, zu diesem Zeitpunkt war ich erst auf einer Fridaysforfuture-Demonstration, aber die Planung eigener war und ist bereits in vollem Gange.

Ich informiere mich über Klimawandel und Schutz. Ich organisiere offen, als Schüler, eine Demonstration hundert Meter von meiner Schule entfernt und mache weiter. Bevor diese überhaupt stattgefunden hat, wurde ich schon von Leuten dafür angefeindet.

Die Schattenseite des Aktivismus hat mich mit voller Härte getroffen. Aber ich werde nicht weitermachen. Erst der Klimawandel und dann der Rest, denn jeder sollte für eine bessere Welt kämpfen, mag sie noch so utopisch sein. Aber wer soll etwas daran ändern, wenn nicht wir?

Langsam werde ich mich weiterbilden, tiefgründiger und überlegter handeln. Vielleicht werde ich irgendwann von Leuten gehasst, Repressionen der Staatsgewalt und Rechten ausgesetzt, aber ich bin nicht alleine.

Wir sollten uns klar machen, dass wir nie alleine für etwas kämpfen.

Es ist nur eine Vermutung, aber wenn man eine Position zu bekleiden beginnt, dann werden Leute mit ähnlichen Standpunkten auf dich zukommen. Ihr werdet Streitpunkte haben, aber auch gemeinsame Ansichten.

Danke fürs lesen.

Frietogo


–Das Bild habe ich am 25. Januar in Berlin auf der Fridaysforfuture-Demonstration gemacht. Ich habe die Menschen darauf nicht gefragt, sie haben sich aber öffentlich auf einer Erhebung präsentiert, also waren sie vermutlich damit einverstanden. Sorry, wenn nicht–


Niels schreibt noch nicht allzu lange für den GP – dafür wagt er trotzdem Innovation: Heute der erste Text in Briefform.

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